Cosi fan tutte 2019

„Und nun zweite Gruppe bitte! Hineinlaufen, Sprung und Ahhhhhhh! Ahhhhhhh! Und eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, acht,… Bella vita militar! Bella vita militar!“
„Militarrrr! Und nicht Milita! Und die Konsonanten vor dem Schlag bitte!“

Mitte März 2019, d’accordito, eine kleine Besetzung des von d’accord wien, befindet sich in Eisenstadt am Haydn-Konservatorium bei der ersten Probe zu „Così fan tutte“, einer der bekanntesten Opern von Wolfgang Amadeus Mozart. Tja, und ganz im Sinne von „Così fan tutte“ versuche ich dort den Anweisungen des Regisseurs zu folgen.
Bis 13 zählen, singen, springen, das kann ich alles. Aber gleichzeitig? Mit welchen Fuß fangen wir nochmal an und wo sind meine drei Alt-Kolleginnen? Ich höre nur noch den Sopran oder mich allein und muss an meine ursprüngliche Vorstellung denken, dass der Chor doch eigentlich nur im Hintergrund bleibt und einfach singt. Puh, tja so laufen dann wohl professionelle Opernproben ab, nicht ganz so mein Alltag, da brauch ich wohl kurz, um mich darauf einzustellen.

Aber schon bald sind wir alle ganz in unserem Element. Wir schmeißen uns auf den Boden um zu schießen (schließlich sind wir Soldaten) und paffen bei einer Sommerparty gemütlich einen Joint, während die wunderbaren Klänge von „Secondate aurette amiche“ erkingen. Die Ruhe währt allerdings nur kurz, denn schon kurze Zeit später finden wir uns putzend auf dem Boden wieder und bereiteten mit „ricchezza e nobiltà“ alles für die Hochzeitsfeier und die bald erscheinenden Brautpaare vor.

Wenn wir nicht auf der Bühne sind, hören wir gespannt den fulminanten Liebesdramen und den Arien der großartigen Solisten zu. Jeder Chorist hat schon bald seine ganz persönliche Lieblingsstellen gefunden, die er hinter den Kulissen hautnah mitverfolgen kann. Wir haben sozusagen „Erste-Reihe-Tickets“ hinter der Bühne und warten gespannt, bis wieder eines unserer Keywords für unseren nächsten Einsatz fällt.

Die Vorstellungen von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Così fan tutte“ unter der musikalischen und dramaturgischen Leitung von Prof. Chariklia Apostolu und Leonard Prinsloo sind für mich definitiv eine Chor- und Singerfahrung, die ich nicht missen möchte.
Es hat mir große Freude bereitet bei diesem Projekt dabei zu sein, ich konnte viel davon profitieren. Und so habe ich noch immer Musik und Text vom Duett zwischen Guglielmo und Dorabella in Erinnerung “E batte batte batte qui“…

Lisa K.